Montessori

Aus dem Leben Maria Montessoris


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Maria Montessori lebte von 1870-1952. Sie ist in Italien geboren und war dort eine der ersten Frauen, die ein Medizinstudium mit Promotion abschloss. Während ihrer Arbeit in der psychiatrischen Kinderabteilung der römischen Universitätsklinik sammelte sie erste pädagogische Erfahrungen. Sie entwickelte in der Arbeit mit behinderten Kindern im Kindergartenalter zunächst Materialien, die die Sinne (die Tore zur Welt) in besonderer Weise schulten und die Aufmerksamkeit und das Interesse der Kinder erweckten: das so genannte Sinnesmaterial. 1907 gründete sie in einem römischen Arbeiterviertel das erste Kinderhaus für Kinder im Kindergartenalter. 1916 verließ sie Italien und ging nach Barcelona, wo sie ihre pädagogischen Erkenntnisse und Lehren nun auch für das schulpflichtige Kind weiterentwickelte.

Kernpunkte der Pädagogik nach Maria Montessori

Im Mittelpunkt der Montessoripädagogik steht die Entwicklung des Kindes und seiner Individualität zu einer eigenständigen Persönlichkeit. In dem Leitsatz Maria Montessoris „Hilf mir es selbst zu tun!“ kommen wichtige Ideen und Erkenntnisse ihrer Pädagogik zum Ausdruck. Der Impuls zum Erziehungsprozess kommt aus dem Kind selbst. Das natürliche Bedürfnis jedes Kindes, seine Umwelt zu erforschen und am Leben (der Erwachsenen) teilhaben zu wollen, ist die Quelle der Motivation und der Freude am Lernen. Das Kind ist in der Lage sich konzentriert in Dinge und Erscheinungen zu vertiefen, sich mit ihnen im tätigen Umgang auseinanderzusetzen und dadurch Erkenntnisse zu erlangen. Neben dem Wissenszuwachs erwirbt das Kind Selbstständigkeit und Selbstvertrauen, was wiederum zur Entwicklung einer in sich ruhenden, ausgeglichenen Persönlichkeit führt. Dem Erwachsenen (Eltern, Lehrern, Erziehern) kommt dabei die Rolle zu, die Umgebung so vorzubereiten, dass das Kind mit dem eigenen Rhythmus und den eigenen Interessen folgend Anregungen und Möglichkeiten vorfindet, um sich nach seinen individuellen Bedürfnissen mit all seinen Sinnen betätigen und entfalten können. Dazu muss der Erwachsene den Lernprozess des Kindes sehr genau beobachten und die entsprechenden Impulse des Kindes aufgreifen und es an geeignete Phänomene und Materialien heranführen. Sein Verhalten dem Kind gegenüber muss von Achtung und Wertschätzung der kindlichen Persönlichkeit geprägt sein.

„Das Geheimnis der Erziehung ist, das Göttliche im Menschen zu erkennen und zu beobachten.“ (Maria Montessori)

Montessori orientiertes Arbeiten an der Franziskusschule

Im Jahr 1990 brachten Frau Gog und Frau Fuchs – überzeugt und begeistert von den Ideen Maria Montessoris – die Gedanken der Montessoripädagogik in die Katholische Schule Sankt Franziskus ein. Mit nur einer einzigen ersten Klasse begannen sie Montessori orientiert zu arbeiten. Ihre Arbeit war so überzeugend, dass nach und nach immer mehr Kolleginnen sich mit dieser Reformpädagogik auseinandersetzten und eine entsprechende Ausbildung absolvierten. Seit 2004 wurde ein Zug in der Grundschule durchgängig Montessori orientiert eingerichtet.

Zu Beginn des Schuljahres 2007/2008 haben wir mit dem Aufbau der jahrgangsgemischten Klassen (Jül  Ma, Mb, Mc) begonnen, die im Schuljahr 12/13 zum fünften Mal in vollständiger Besetzung mit Kindern der Klassenstufen 1-3 durchgeführt wurde.