Reparieren oder neu-interpretieren?

Am 9. September fand die Kunst-Exkursion mit dem Grundkurs und Leistungskurs des 12. Jahrgangs statt. Der Fokus lag auf der Stadtentwicklung Berlins. Angefangen bei der Marienkirche am Alexanderplatz ging es über den Neptunbrunnen zum Roten Rathaus. Was wir erfahren haben? Das Nikolai-Viertel in Berlin ist zusammengepuzzelt aus vielen verschiedenen Objekten aus der ganzen Stadt. Warum? Weil die DDR zu Mauerzeiten dort das „Wohlfühlzentrum“ erbauen wollte. Irgendwann führte unser Weg uns zu einer großen Brücke. Der Blick von dort aus auf die Gebäude und das „Capri“-Hotel ähnelt dem Aussehen der Berliner Mittelalterstadt, nur modern umgesetzt. Kein Zufall, nein, alles ist bewusst so gebaut. Einen Blick in das Hotel durften wir auch werfen. Dort überraschte uns ein Glasboden durch den man einen alten Kellerraum sehen konnte, der schon im Jahr 1600 existiert hat. Unmittelbar in der Nähe vom Hotel begegnete uns eine große Baustelle. Gebaut wird dort das „House of one“, ein Gebäude, welches drei Religionen – Christentum, Islam und Judentum – ineinander vereinen soll. Finanziert wird das Projekt von Spenden. Wusstet ihr, dass man bald vielleicht in der Spree schwimmen gehen kann? Wir wussten das nicht. Zur Mittelalterzeit war das noch vollkommen normal, durch Verschmutzungen während der Industrialisierung wurde das dann verboten. Mittlerweile gibt es keine großen Verschmutzungen mehr, dadurch wäre das Baden dort möglich. Dafür soll eine große Treppe am Lustgarten errichtet werden, unsere letzte Station. Wie man sehen kann wird versucht, die Innenstadt wieder an die Altstadt Berlins anzupassen, von der wir heutzutage nicht mehr so viel sehen. Die Brücke, auf der wir standen, soll bald abgerissen werden – zu alt, muss neu gebaut werden. Für die Stadtplaner Berlins stellt sich daher die Frage: Soll da wieder eine große, autobahnartige Brücke hin oder soll sie an die Mittelalterstadt, nur modern umgesetzt, erinnern, dafür aber kleiner sein? Mit anderen Worten:
Reparieren oder neu-interpretieren?

Von Viktoria Jahrgang 12

Und hier die Eindrücke in einer Galerie: