Ein besonderer Elternabend mit der Gesundheitsreferentin Anne Wilkening

Am 23. Mai 2019 luden wir die Eltern und Schüler der KSSF zu einem besonderen Elternabend mit der Gesundheitsreferentin Anne Wilkening ein. Sie erklärte sehr umfangreich, was wir in der Pupertät zum Thema Lernen, Medien und Sucht beachten können. Am darauffolgenden Tag gab es einen Workshop in den 4. Klassen. Zwei Kinder der Grundschule haben Ihre Eindrücke formuliert.

Der Elternabend mit Anne Wilkening aus der Sicht von Johannes, Klasse 6Ma:

Man darf ab der 6. Klasse 6-9 Stunden pro Woche zocken. Wenn man 1 Stunde draußen war darf man 1 Stunde zocken, aber in der Woche trotzdem nicht mehr als 6-9 Stunden. Das Spiel, das am meisten süchtig macht, ist Fortnite. Danach kommen Spiele wie z.B. SimCity, wo man eine Stadt errichten muss oder ein Dorf größer bauen muss. Weil man da ständig irgendwas Neues bauen muss und auch Geld ausgibt um weiterzukommen.
Wenn man man sich vor einer Arbeit oder einem Test noch mal richtig auspowert, indem man z.B. das Treppenhaus einmal hoch und wieder runter läuft, schreibt man eine bessere Note.
Wenn man mehr Sport macht, dann hilft das, dass man besser im Unterricht ist.
Spiele mit viel Action sind schlimmer als Spiele mit wenig Action, denn wenn ein Spiel viel Action hat, kommt man stärker in den „flight and fight“-Modus. Der „flight and fight“-Modus ist, wenn man denkt, dass in der Realität Gefahr lauert. Dabei ist gar keine echte Gefahr sondern nur Gefahr im Computerspiel.

Der Workshop mit Anne Wilkening aus der Sicht von Helena, Klasse 4Md:

Am Freitag, den 24. Mai 2019, kam Anne Wilkening zu uns in die Klasse 4Md, um mit uns einen Medienworkshop zum Thema Pubertät und Mediensucht zu machen. Sie forscht über Gehirnentwicklung und hat uns erklärt, dass unser Gehirn während der Pubertät komplett umgebaut wird. In jeder Sekunde sterben 30.000 Gehirnzellen ab! Dabei sterben besonders wenig benutzte Zellen und die viel benutzen Zellen werden gestärkt. Dann sind manche Gehirnteile wegen Umbau geschlossen und es ist ganz normal, wenn etwas nicht so gut funktioniert, beispielsweise wenn ein Lehrer einen drannimmt und man plötzlich nicht mehr weiß, was man sagen wollte. Anne Wilkening hat uns das alles mit vielen lustigen Wörtern (das „P-Wort“ für Pubertät), Geschichten und Bewegungen erzählt: Beispielsweise dass wir mitten im Gehirn eine „Glückserbse“ haben, die dafür sorgt, dass wir uns freuen. Wenn sie aber im Umbau ist, können wir uns vielleicht nicht mehr so schnell für schöne Sachen begeistern.

Sie hat uns mehrere Ratschläge gegeben, wie wir unser Gehirn stärken können:
• Wir sollen uns viel bewegen (Sport hilft beim Lernen)
• Wir sollen viel draußen sein, am besten bei Tageslicht
• Wir sollen viel mit anderen echten Menschen zusammen sein (reden, spielen und Körperkontakt haben)
• Wir sollen viel Musik machen
• Wir sollen viel Zeit für Hobbies haben
• Wir sollen sehr viel schlafen

Zur Nutzung von Medien hatte sie diese Tipps für uns Grundschulkinder:
• weniger als 4-6 Stunden pro Woche am Computer, Tablet oder Handy verbringen
• lieber nicht jeden Tag, sondern eher mal viel und dafür ab und zu gar nicht spielen
• am besten vor dem Lernen oder vor den Hausaufgaben und nicht vorm Schlafen spielen, sonst verschwindet alles Gelernte aus dem Kopf
• am besten zusammen spielen, aber nicht online
• unbedingt danach viel bewegen
• keine Spiele, die süchtig machen immer weiterzuspielen (z.B. wenn man nicht Zwischenspeichern kann oder wenn es um Geld geht …)

Hier findet Ihr mehr Informationen: www.annewilkening.de