Exkursion zum Landesmuseum für Vorgeschichte

Exkursionsbericht

Am Montag, dem 14.05.2018 trafen wir, der Nawi Kurs des 9. Jahrganges der katholischen Schule Sankt Franziskus, uns um 9 Uhr am Bahnhof Südkreuz, wo wir schließlich in den ICE nach Halle (Saale) gestiegen waren, um das Landesmuseum für Vorgeschichte zu besuchen, was eine Ausstellung zum Thema „Klimagewalten“ beherbergte. Auf dieser Exkursion, welche das Thema „Was bewegt Klima?“ trug, begleitete uns außer unserem Kurslehrer Herr Witter auch Frau Damms.

Ermöglicht wurde uns diese Exkursion durch die Unterstützung des Fördervereins der katholischen Schule Sankt Franziskus der die Kosten für die Fahrt und die Führung übernommen hat.

Nach ca. einer Stunde Fahrzeit waren wir am Hauptbahnhof in Halle angekommen und sind weiter mit der Straßenbahn bis zum Museum gefahren, wo wir in zwei Gruppen eingeteilt und von zwei Damen durch die komplette Ausstellung geführt wurden. Dabei gab es keine weiteren Leute im Gebäude, wodurch wir das Museum ganz für uns alleine hatten.

LM3Die Ausstellung war in fünf verschiedene Räume eingeteilt. Der erste Raum widmete sich gleich zwei Themen. In der Führung erfuhren wir zunächst, wovon das Klima auf unserer Erde mit seiner Konstellation im Sonnensystem abhängt. Des Weiteren wurden uns Ursachen für Klimaschwankungen mit Hilfe von Filmmaterial näher gebracht. Beispielsweise werden lokale klimatische Bedingungen von tektonischen Erdplattenbewegungen und der sich ständig ändernden Ausrichtung der Erdachse beeinflusst. Hierzu wurde uns eine Simulation der Erde über langfristige Klimaveränderungen vorgeführt.

Es stellte sich die Frage, wie sich die Lebewesen an das sich stetig und oft auch sprunghaft verändernde Klima anpassen. So änderte sich im Extremfall in bestimmten Gebieten das Klima von heiß auf sehr kalt. Während bei langsamen Veränderungen die meisten Lebewesen durch die Evolution in der Lage waren, sich anzupassen, führten schnelle Veränderungen des Klimas dazu, dass sich viele Arten nicht rechtzeitig anpassen konnten, dadurch ausstarben und Platz für neue Arten, darunter auch den Menschen machten.

Das zweite Thema dieses Raumes war wie Tiere früher aussahen und wie heute. Dazu gab es einige Exponate, an denen man einen deutlichen Unterschied feststellen konnte. Außerdem gab es in der Mitte dieses Raumes Mammuts, Raubkatzen und viele verschiede Vögel in Originalgröße zu sehen. Sowie an einer Wand das Skelett eines Einhornes. Dieses war allerdings nur ein Spaß der Angestellten des Museums aufgrund der Mythen, welche beim Fund von prähistorischen Überresten oft entstanden.

Im zweiten Raum der Ausstellung wurden die Überreste von Tieren gezeigt, die sich dem Klima nicht angepasst hatten, was letztendlich zum Aussterben ihrer Art führte. Im dritten Raum wurden Tiere gezeigt die vielleicht die Vorgänger von heute existierenden Tieren waren. Der vierte Raum widmete sich dem Menschen und seiner Entwicklung, sowie auch seiner äußerliche Veränderung. Wie er sich Waffen, Werkzeuge, Kleidung und weite Dinge fertigte um zu überleben.

Uns wurde vermittelt, dass der Mensch eine Sonderrolle einnahm, da er sich mit seiner Technik zu einem Großteil vom Klima unabhängig machen konnte. Beispielsweise konnte er durch Beherrschung des Feuers auch kältere Gebiete besiedeln und später durch Ackerbau sesshaft werden und Vorräte für kältere und trockene Jahreszeiten bilden. Diese Kulturtechniken entkoppelten den Menschen damit teilweise von der biologischen Evolution.

Es wurde auch thematisiert, dass der Mensch jedoch auch selbst das Klima beeinflusst, indem er unter anderem die über sehr lange Zeiträume im Boden entstandenen Mengen an fossilen Brennstoffen freisetzt und verbrennt und in der Folge als Treibhausgase in die Umwelt freisetzt.

Der letzte und fünfte Raum zeigte, uns zwei verschiedene Zukunftsszenarien im Schnelldurchlauf. In dem ersten Szenario wurde eine Warmzeit veranschaulicht, die durch uns Menschen ausgelöst werden kann, wo die weltweite Jahresdurchschnittstemperatur steigt und der Meeresspiegel besonders ansteigt. Im zweiten Szenario wurde eine nächste Eiszeit vorhergesagt, die einen großen Teil der Ozeane sowie viele Landmassen zufrieren lässt.

LM2Als wir die Rundführung beendet haben, gingen wir gemeinsam in einem Raum und haben aus Lehm einen kleinen Gletscher mit Talabfluss gebaut. Anschließend stellten wir „Rutschmasse“ mit unterschiedlicher Konsistenz her. Wir beobachteten, mit welchen Geschwindigkeiten sich die Rutschmassen mit unterschiedlicher Zähigkeit auf dem Gletscher bergab bewegten und welchen Einfluss dies auf die Festigkeit einer simulierten Neuschneedecke aus Mehl hat.

Außerdem wurde der Einfluss von Wasser unter dem Gletscher auf die Rutschgeschwindigkeit untersucht. Dies diente dazu, Bewegungen im Zusammenhang mit Gletschern und den Einfluss vom Wetter und damit langfristig auch vom Klima besser verstehen zu können.

Nachdem wir raus aus dem Museum waren, sind wir mit der Straßenbahn zum Marktplatz gefahren auf dem das Händeldenkmal steht. Dort hatten wir dann für über eine Stunde Freizeit bekommen, um unter anderem Essen zu gehen. Danach trafen wir uns wie verabredet am dem Händeldenkmal  von wo aus wir zum Hauptbahnhof gelaufen sind. Am Hauptbahnhof angekommen, sind wir wenig später mit dem ICE zurück nach Berlin gefahren, wo wir am Bahnhof Südkreuz entlassen wurden.

Für uns persönlich, war der Tag insgesamt ein sehr schönes und neues Erlebnis. Man war zwar länger in der Obhut der Lehrer, als an einem gewöhnlichen Schultag, dafür war der Tag aber auch viel abwechslungsreicher und hatte auch mehr zu bieten. Außerdem hatte ich das Gefühl mehr gelernt zu haben, als an einem üblichen Schultag. So weiß ich jetzt unter andrem das wir in einer sog. Kaltzeit leben, was mich ehrlich gesagt überrascht hat. Aber eines der wichtigsten Sachen die ich bei der ganzen Sache gelernt habe ist vermutlich, dass das Klima sich sonst über Millionen von Jahren verändert hat und die Lebewesen auf der Erde immer viel Zeit hatten sich anzupassen. Aber inzwischen verändert sich das Klima wegen dem Menschen so stark in so kurzer Zeit, dass ich mich frage, ob der Mensch das überhaupt überstehen wird, wenn er nicht langsam etwas dagegen tut.

Martin, Jonas, Gabriel und Alicia