Leistungskurs Geografie erobert den Kreuzberg-Kiez

Auf unserer Geografie LK Exkursion, die am 13.02.2018 stattfand, haben wir viel über die Themen: die damalige Bauweise, Gentrifikation und Stadtsanierung gehört.

Zuerst trafen wir uns auf der Kottbusser Brücke (die auch Kreuzkölln genannt wird, da sie die Grenze zwischen Kreuzberg und Neukölln ist) mit unserer Stadtführerin, die uns eine kurze Einführung über die damalige Bauweise gab. Sie erklärte uns z.B., dass es früher Mietskasernen mit bis zu sieben Hinterhäusern gab, die jeweils einen Innenhof von je 5×5 Metern hatten, damit eine Feuerwehrspritze wenden konnte. Außerdem gab es eine soziale Gruppierung innerhalb der Häuser, da die Reichen in den vorderen Häusern und die Ärmeren in den hinteren Häusern wohnten, die meist dunkler waren und eine Gruppentoilette im Hof hatten.

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Danach sind wir zum Kottbusser Platz gelaufen. Dort sahen wir viele Moscheen, die nicht wie solche von außen aussahen. Außerdem stellten wir fest, dass auf der einen Straßenseite viele Mietskasernen standen und auf der anderen Seite ein Beton-Plattenbau. Diesen Baustil bezeichnet man auch als Brutalismus, heute sind diese Häuser mit viel Graffiti besprüht.

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Anschließend sind wir die Dresdener Straße entlanggelaufen, in der es eine große künstlerische Szene, viele alte Häuser und Cafés sowie Bars gibt.

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Als nächstes kamen wir zum Oranienplatz, an welchem wir erfuhren, dass dort früher ein Kanal verlief. Dieser Kanal war der erste, der durch eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme gebaut wurde und später durch eine weitere Arbeitsbeschaffungsmaßnahme wieder zugeschüttet wurde. Der Kanal führte uns zum Engelbecken.

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Dieses war damals ein kleiner Hafen, heute befindet sich dort ein Park und ein Café. Direkt am Engelbecken haben wir den Engelbecken-Hof besichtigt. Dort sahen wir ehemalige Fabrikräume, die heute als Büros genutzt werden. Die Engelbecken-Höfe sind in dem Anfang des 19. Jahrhunderts typischen Baustil gebaut worden, aus dem noch der alte Aufzug stammt.

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Anschließend liefen wir an der St. Michael Kirche vorbei, wo wir eine kurze Geschichte über „Osman“ erzählt bekommen haben. Osman hatte zu Mauerzeiten dort eine Holzhütte, die direkt am Grenzstreifen gebaut war. Heute darf er dort immer noch wohnen, obwohl die Eigentumsverhältnisse lange unklar waren.

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Von dort aus sind wir zum Mariannenplatz gelaufen, wobei wir an einem Denkmal vorbeikamen, welches an die während des zweiten Weltkriegs gefallenen Schüler des Leibnitz-Gymnasiums erinnert.

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Am Mariannenplatz erklärte man uns dann, dass dieser Platz saniert wurde, indem zusätzlich viele Bäume gepflanzt wurden und es eine Entkernung der ehemaligen Mietskasernen gab, damit die Mieter mehr Licht, Sonne und Luft abbekamen. Tatsächlich sah man viele modern sanierte Häuser, aber auch solche, wo die Fassade aufgewertet (saniert) wurde.

Anschließend sind wir in einen kleinen Innenhof gelaufen, wo wir Grundzüge der Bauweise aus dem 19. und 20. Jahrhundert sahen (z.B. Schienen für Kutschen, damit die Fassade nicht beschädigt wurde). Unsere letzte Station war an der Wiener Straße, wo wir erzählt bekommen haben, dass dort vor nicht allzu langer Zeit ein Kaufhaus stand, welches am ersten Mai abgebrannt war. Lange stand dort eine Brandruine doch später wurde dieses Haus zu einer Moschee auf- bzw. umgebaut.

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An dieser Station endete auch unsere Führung durch Kreuzberg.

 

Joanna B. und Sebastian G